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Haus Schwarzenberg (Rosenthaler Straße 39) Situation
SituationDas Haus Schwarzenberg ("2.684 Quadratmeter Geschichte. Kultur. Kunst") soll verkauft werden - die Versteigerung am 24. April 2003 ergab kein Gebot. Auf dem folgenden Versteigerungstermin am 04. November 2003 bot die WBM (Wohnungsbaugesellschaft Mitte) 2,5 Mio Euro und bekam den Zuschlag, der jedoch juristisch angefochten wurde. Bei der 3. Versteigerungsrunde am 29. Juli 2004 erhielt sie erneut den Zuschlag (für 2,965 Millionen Euro hat sie zusammen mit der Stiftung Deutsche Klassenlotterie das Gebäude ersteigert und damit zwei Privatinvestoren ausgestochen), das Urteil kann jedoch in den folgenden 14 Tagen noch angefochten werden, womit die Initiative nicht rechnet und erstmal ihren Erfolg feierte ... Einer jüdischen Erbengemeinschaft wurde das von den Nationalsozialisten enteignete Haus 1997 zurückgegeben. Die Erben konnten sich nicht auf eine Nutzung einigen. Deshalb beantragten die Anwälte der Erbengemeinschaft die Zwangsversteigerung. Beim ersten Gerichtstermin im April war auch Immobilienentwickler Harm Müller-Spreer von der Projektwerke Hamburg dabei, der schon einigen Erben Anteile abgekauft hatte und viele Immobilien im Sanierungsgebiet Spandauer Vorstadt besitzt. Doch vor Gericht gaben beide Seiten kein Gebot ab. Beim zweiten Termin boten außer Müller-Spreer und der WBM auch zwei Privatleute mit. Den Zuschlag bekam die WBM. Als Mitglied der Erbengemeinschaft veranlasste Müller-Spreer, der bei 1,97 Millionen Euro nicht weiterbot, seine Anwältin, das Verfahren der Zwangsversteigerung einzustellen bzw. die Aufhebung des Verfahrens (das kann sie, wenn der erzielte Erlös ihren Mandanten zu niedrig ist) - obwohl mehr als mindestens gefordert durch die WBM geboten wurden. Dagegen sprach sich Rechtsanwalt Frank Ulrich aus, der andere Erben vertritt. Das Gericht entschied 11. November 2003, daß auch die 2. Versteigerungsrunde ungültig ist. Der Beschluss hat die Wirkung einer einstweiligen Einstellung des Verfahrens. Die Anwälte haben nun sechs Monate lang Gelegenheit, die Fortsetzung des Verfahrens zu beantragen. Dann könnte ein neuer, 3. Zwangsversteigerungstermin angesetzt werden. Ausgang: ungewiss. Die WBM werde, wenn sie den Zuschlag erhält, das Haus nur vorübergehend übernehmen, sagt Petra Reetz, Sprecherin des Senators für Stadtentwicklung. Langfristig planten Bund und Land die Gründung einer Stiftung, die das "Haus Schwarzenberg" verwalten soll. Was die WBM mit dem Haus anfangen will, sollte sie den Zuschlag bekommen, will Sprecherin Birgit Stötzer erst später verraten. Für die jetzigen Mieter werde sich nichts Wesentliches ändern, sagte sie. Heinrich Dubel vom Kulturverein "Haus Schwarzenberg", der rund ein Dutzend Einrichtungen in dem Komplex verwaltet, hoffte nach der Versteigerung: "Mit der Wohnungsbaugesellschaft fahren wir wahrscheinlich besser, als wenn ein privater Investor das Anwesen bekommen hätte." Noch also ist das unsubventionierte Kultur-Projekt mit ca. 100 Arbeitsplätzen bedroht, aber die Chancen zu seiner Rettung werden von dem Verein "Haus Schwarzenberg" als besser eingeschätzt. (Informationen & Zitate siehe Presse) GebäudeinformationDie Gebäude sind stark erneuerungsbedürftig, wegen eigentumsrechtlich ungeklärter Situation bis 1999 waren bisher keine durchgreifenden Erneuerungsmaßnahmen möglich, die Förderfähigkeit im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz ist gegeben, eine Aufnahme in das Programm zur Förderung im Jahre 2001 ist möglich. Bauhistorische BedeutungDas um 1860 erbaute viergeschossige Mietshaus mit den Gewerbebauten ist konstituierender Bestandteil des Flächendenkmals Spandauer Vorstadt. Hinter dem kleinen Vorderhaus direkt an der Rosenthaler Straße 39 führt ein schmaler Grundstücksstreifen mit den südlichen Seitengebäuden zur westlichen Aufweitung der Parzelle mit den Gewerbebauten. Bereits auf den Stadtplänen von J. D. Schleuen aus den Jahren 1739 bzw. 1773 ist dieser ungewöhnliche Parzellenzuschnitt verzeichnet. Die Pläne zeigen für den Bereich der Rosenthaler Straße zwischen dem Hackeschen Markt und der Weinmeisterstraße bereits eine geschlossene Häuserreihe an der Straße. Das Adressbuch von 1802 vermerkt den Seifensieder Schöneberg als Besitzer. Die erhaltene Bausubstanz überliefert die Bau- und Nutzungsgeschichte seit der zweiten Hälfte der 19. Jahrhunderts. Mit den unmittelbar benachbarten Häusern in der Rosenthaler Straße Nr. 38 von 1895 und Nr. 37 und 36 aus den Jahren 1787 und 1781 bildet das Wohn- und Gewerbegebäude ein bauhistorisch und stadtgeschichtlich bedeutsames Bauensemble innerhalb der Spandauer Vorstadt. Neben diesen bauhistorischen Aspekten zeichnet sich die Rosenthaler Straße 39 aber insbesondere durch die Geschichte derer aus, die hier leben und derer, die dort lebten. Seit 1995 betreibt der Verein Schwarzenberg hier sein Kulturprojekt. Hier ist die Aufbruchstimmung noch sichtbar und wird die Utopie noch gelebt. Eine Utopie, die sich in der Namensgebung zu erkennen gibt. Schwarzenberg ist der Name jener Stadt in Thüringen, in der Stefan Heym in seinem Roman im Niemandsland zwischen den alliierten Truppen aus der Sowjetunion und den USA in den Tagen nach Ende des Zweiten Weltkrieges den Versuch des Aufbaus einer freien Republik schildert. Der Hof hebt sich mit jeder Veränderung im Umfeld deutlicher von der allgemeinen Entwicklung ab. Dabei ist dies ein wirklich authentischer Ort. Dazu trägt ganz wesentlich die Ausstellung „Blindes Vertrauen“ bei, die am Originalschauplatz an Otto Weidt erinnert, der hier in seiner Bürstenmacherei mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln Juden vor der Deportation zu retten versuchte Links:www.haus-schwarzenberg.org (Verein "Haus Schwarzenberg e.V.") "Haus Schwarzenberg - Zentrum für Geschichte, Kultur und Kunst" (Information des BA Mitte) www.annefrank.de:
Anne-Frank-Zentrum
www.blindes-vertrauen.de:
Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt
Presse:28.01.2005: - Schwarzenberg ist kein Tempodrom (taz) - Nachrichten I > Junge-Reyer: Haus Schwarzenberg kein Tempodrom (Berliner Morgenpost) 21.12.2004: Haus Schwarzenberg: Die Zukunft beginnt jetzt | Nach der Rettung erarbeiten Künstler ein neues Konzept - Investoren bleiben im Hintergrund (Berliner Morgenpost) Die
3. Versteigerungsrunde am 29. Juli 2004:
30.07.2004:
- KÜNSTLERDOMIZIL | Haus Schwarzenberg wird versteigert (Berliner Zeitung, 29.07.2004) - Haus Schwarzenberg unter dem Hammer - Künstler hoffen auf ein Wunder - Wohnungsbaugesellschaft erhält kein Lottogeld (Berliner Morgenpost, 27.07.2004) 23.07.2004:
- Künstler kämpfen um Haus Schwarzenberg (Berliner Morgenpost, 11.07.2004) - Kurznachrichten > schwarz (Scheinschlag, 01.07.2004) - Neue Hoffnung für Haus Schwarzenberg - Gebäude wird Ende Juli erneut zwangsversteigert (Berliner Zeitung, 17.06.2004) Die
2. Versteigerungsrunde:
12.11.2003:
05.11.2003:
vor
der 2. Versteigerungsrunde:
- Das Haus Schwarzenberg will weiter in die Zukunft sehen (taz, 07.10.2003) - Kurznachrichten > immobilienhai (Bericht, Scheinschlag, 02.10.2003) - Hämmern für Haus Schwarzenberg | Zur Rettung des alternativen Projekts spendeten Künstler ihre Werke für eine Versteigerung (Berliner Zeitung, 29.09.2003) - Kunst zu Schnäppchenpreisen | Haus Schwarzenberg soll versteigert werden. Mit Aktionen wollen die Bewohner ihr Projekt vor der Zerstörung retten (Berliner Zeitung, 25.09.2003) - Events im Haus Schwarzenberg (Andrea Puppe in: Berliner Morgenpost, 20.09.2003) Die
1. Versteigerungsrunde:
- Keine Gebote für das Haus Schwarzenberg - Zwangsversteigerung vertagt - Mieter des alternativen Kulturzentrums sprechen von Etappensieg (Andrea Puppe in: Berliner Morgenpost, 25.04.2003) - Schwarzenberg unverkäuflich (taz, 25.04.2003) vor
der 1. Versteigerungsrunde:
- Hoffest im Haus Schwarzenberg (Berliner Morgenpost, 19.04.2003) - Das Haus Schwarzenberg soll Ende April zwangsversteigert werden (Bericht, Sanierungsbeilage stadt.plan.mitte im Scheinschlag, 10.04.2003) - tagestipp morgen - Für die Mitte - Heraus mit den guten Euros zur Rettung für das Haus Schwarzenberg. Dafür bekommt man auch Kunst zurück (taz, 04.04.2003) - Die Szene auf neuen Wegen - Alternative Kulturbetriebe kämpfen ums Überleben - Das Haus Schwarzenberg wird versteigert. Die Szene der 90er-Jahre verschwindet allmählich aus Mitte. Statt zu jammern, suchen viele Künstler nach Lösungen. Das Acud hats vorgemacht. (Markus Falkner in: Berliner Morgenpost, 20.03.2003) - Mitte: Haus Schwarzenberg wird versteigert - Mieter fürchten um den guten Mix aus Kunst, Gewerbe und Kultur (Michael Albrecht in: Berliner Morgenpost, 09.03.2003) - »Haus Schwarzenberg« in Gefahr - Verein fürchtet um Erhalt des Gewerbe- und Kulturstandortes nach Verkauf (Andreas Heinz in: ND, 04.03.2003) - Bye, bye Boheme? - Das Haus Schwarzenberg soll versteigert werden (Carmen Böker in: Berliner Zeitung, 04.03.2003) - Mitte: Monstren & Spekulationen (Berliner Kurier, 04.03.2003) - "So sah es hier früher überall aus" - Am Hackeschen Markt sind jetzt auch die alten Häuser neu. Nur das Haus Schwarzenberg ist noch übrig geblieben - weil die Mieter es so wollen (Carmen Böker in: Berliner Zeitung, 28.11.2002) - Links ein Investor, rechts ein Investor - und dazwischen Schwarzenberg. Ein Projekt in der Rosenthaler Straße 39 will sein Zuhause nicht verlieren (Bericht, Scheinschlag Ausgabe 06-1999) Kontakt BV SpV URL
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07.
Februar 2006
Spandauer Vorstadt: BV
SpV:
virtueller
Hofrundgang:
Presse: Von still bis schrill: Die Vielfalt der Hofkultur - Morgenpost im Kiez: Hinter den Kulissen - Fragen unserer Leser (Momentaufnahmen über das Überschreiten des Booms der Hofisierung. Von Michael Albrecht am 21.03.2003 in der Berliner Morgenpost) Authentizität als Kulisse - Die Spandauer Vorstadt als lebendiges Beispiel für das Wechselspiel der Aufwertung zwischen Kunstbetrieb, Gewerbe und Sozialstruktur. Ein Resümee (über die Gentrification, "Hofisierung" und andere erwartete Entwicklungen in der Spandauer Vorstadt schreibt Ulrike Steglich im Scheinschlag, Ausgabe 02-1998) |